Geld und Glück

Geld ist besonders wichtig, wenn man keins
hat. Wenn man reich geworden ist, dann bedeutet einem Geld nicht mehr viel. Das
kann dazu führen, dass man sich leer fühlt. Denn wenn Geld einem nichts mehr
bedeutet was sonst?


Philosophen und Dichter haben sich mit diesem
Thema jahrhundertelang beschäftigt. Geld steht für Reichtum. Und Reichtum ist
eine Form von kondensiertem Leben. Es misst die Zeit und die Ressourcen, welche
investiert und angehäuft worden sind. Und jetzt können sie getauscht werden
gegen andere Anhäufungen von Zeit, Vorstellungskraft und Ressourcen.


Eine Person kann ihr ganzes Leben arbeiten,
um etwas zu sparen. Diese Ersparnisse sind dann ein Ausdruck des Lebens dieser
Person zumindest von dessen wirtschaftlichem Wert.


„Die besten Dinge im Leben sind kostenlos“,
sagt ein beliebtes Sprichwort. Soweit ich das beurteilen kann, stimmt das. Ein
Kuss. ein Lächeln die Liebe von Familie und Freunden wer kann das schon mit
einem Geld-Wert beziffern? Scheint nicht die Herbstsonne auf die Gesichter, sowohl
eines Bettlers als auch eines Managers?


Und ich habe noch nie ein Kind getroffen, das
den Wert des Depots seines Großvaters geprüft hat, bevor es ihn umarmt. Und
dennoch wirft sogar auf die besten Dinge Geld seinen Schatten. Wenn man genug
Geld für Nahrung, Kleidung und Wohnen hat um was geht es mit dem Rest? Geht es
nicht darum, Zustimmung zu gewinnen und einen selbst würdig für Liebe und
Respekt zu machen? Kauft ein junger Mann nicht genau deshalb ein tolles Auto,
auch wenn er es sich nicht leisten kann? Um das Mädchen zu bekommen?


Aber hier beginnen auch Täuschungen und
Enttäuschungen. Eine Frage – welche von einem erfolgreichen Mann mit Geld
angezogen wird – entdeckt bald, dass Geld nicht alles ist. Und dann realisiert
der Mann, dass er eigentlich in Wirklichkeit eine Frau wollte, die ihn für mehr
wollte als nur für sein Geld! Und der arme Mann, der sein ganzes Leben
arbeitet, nur in dem Versuch, genug Geld zu haben, um die Anerkennung seines
Vaters zu erhalten.


Das Prinzip des abnehmenden Grenznutzens kommt
auch hier ins Spiel. Ein bisschen finanzieller Erfolg mag Liebe und Anerkennung
bringen. Aber mehr Erfolg bedeutet nicht notwendigerweise mehr Liebe und
Respekt. Und zu viel finanzieller Erfolg kann kontraproduktiv sein. Der
finanziell erfolgreiche Mann kann das Objekt von Neid, Ressentiments und
Opportunismus werden. Seine Ehefrau bleibt nur solange bei ihm, wie das Geld
reicht. Seine „Freunde“ sehen ihn als Geldquelle. Und seine Mutter schaut auf
ihn herab: Er sei nun „vom Geld besessen“, sagt sie!


Der abnehmende Grenznutzen des Geldes
funktioniert also auch in die andere Richtung. Verlorenes Geld bringt mehr
Schmerz als gewonnenes Geld Freude bringt. Ein Mann mit einer Million wird eine
weitere Million begrüßen. Aber die wird wahrscheinlich keine großen
Auswirkungen auf sein Leben oder sein Wohlbefinden haben. Stellen Sie sich
stattdessen vor, er würde seine Million verlieren! Das ist das Material für
eine Tragödie. Er muss sein Haus aufgeben. Er wird depressiv und es ist
unmöglich, mit ihm zu leben: Seine Frau verlässt ihn. Sein Auto wird ihm
genommen. Und er endet im Obdachlosenheim.


Mehr Reichtum kann Sie davon abhalten, da zu
leben, wo Sie wirklich sein möchten.



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